100 Jahre Studentenwerk München

BAföG - An was muss ich denken?

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Als erstes müssen Sie ein paar Unterlagen zusammentragen. Alles, was Sie im Normalfall benötigen, finden Sie auf dieser Seite.

Wenn Ihr Studium schon begonnen hat, sollten Sie zumindest das Formblatt 01 sofort ausfüllen und abgeben. Ansonsten gehen Ihnen eventuell Leistungen verloren. Alternativ können Sie den BAföG-Schnellantrag nutzen. Reichen Sie einen unvollständigen Antrag oder den "Schnellantrag" bitte nur ein, wenn Ihr Studium bereits begonnen hat oder Sie den vollständigen Antrag nicht mehr im ersten Monat der Ausbildung einreichen können!

Wenn Sie noch keinen Studienplatz haben, warten Sie bitte auf die Zulassung zum Studium. Der Ort der Hochschule entscheidet darüber welches Amt für die Bearbeitung Ihres Antrags zuständig ist.

Für den ersten Antrag benötigen Sie Folgendes:

  • die Formblätter
    Nummer 01 für Sie und Nummer 03 für die Eltern
  • Daten für einen vollständigen Überblick über Ihre bisherige Ausbildung und Erwerbstätigkeit
    Ein richtiger Lebenslauf muss nicht abgegeben werden. Sie benötigen die Daten zum Ausfüllen des Formblatts 01 (nur beim ersten Antrag).
  • Bankverbindung
    Es muss sich um ein Konto im SEPA-Zahlungsraum handeln.
  • Immatrikulationsbescheinigung (mit Aufdruck "nach § 9 BAföG")
    Diese können Sie nachreichen, sobald die Hochschule sie ausgestellt hat. Alternativ kann das Formblatt 02 verwendet werden, das ebenfalls die Hochschule ausfüllen muss.
  • Ausländer: gültige Aufenthaltsdokumente (in Kopie)
  • aktuelle Belege zu Ihrem Vermögen (in Kopie)
    Bei Lebensversicherungen brauchen wir den Rückkaufswert. Die Belege dürfen nicht älter als 14 Tage sein. Es kommt dabei auf den Eingang des Antrags an. Bei Grundstücken oder Kraftfahrzeugen muss der aktuelle Zeitwert anhand geeigneter Unterlagen geschätzt werden (z. B. Kaufvertrag).
  • Belege zu Ihren Schulden (in Kopie)
    Falls vorhanden, sind auch Schulden anzugeben und zu belegen.
  • Mietvertrag (in Kopie) oder aktuelle Meldebescheinigung / Wohnungsgeberbestätigung (Vorlage)
    Wir benötigen keinen Beleg, wenn Sie noch bei Ihren Eltern oder in deren Eigentum wohnen.
  • Arbeitsvertrag oder Gehaltsnachweis (in Kopie)
    Bitte einreichen, wenn Sie neben dem Studium arbeiten. Wer konkret plant einen Job anzunehmen, muss das Gesamteinkommen für den Förderungszeitraum - in der Regel 12 Monate - schätzen und den Gehaltsnachweis nachreichen.
  • Einkommensnachweise Ihrer Eltern und Ihres Ehegatten oder Lebenspartners (in Kopie)
    Der wichtigste Beleg ist der Steuerbescheid vom vorletzten Jahr. Wenn es diesen noch nicht gibt, muss das Einkommen glaubhaft gemacht werden, siehe unser Formular dazu (Glaubhaftmachung des Einkommens). Ihre Eltern reichen die Belege mit dem Formblatt 03 selbst ein - oder Sie geben alles gesammelt ab.
  • Adresse der Eltern
    Manchmal reißt zwar der Kontakt zu den Eltern ab, aber für die Prüfung des Antrags müssen Sie trotzdem die Adresse für eine Kontaktaufnahme angeben. Falls Ihnen keine Adresse bekannt ist, verwenden Sie bitte das Formular "Anschrift Elternteil unbekannt" (wir prüfen die Angaben nach!). Die Adresse Ihrer Eltern muss auch im Ausland ermittelt werden. Sind Ihre Eltern bereits verstorben, reichen Sie bitte eine Kopie der Sterbeurkunde ein.
  • Einkommensbelege oder Ausbildungsnachweise aller Unterhaltsberechtigten (in Kopie)
    Das heißt eventuell von den eigenen Kindern, außerdem von weiteren Kindern der Eltern oder des Ehegatten oder Lebenspartners. Benötigt werden zum Beispiel der Ausbildungsvertrag und eine Schul- oder Immatrikulationsbescheinigung.
  • Nachweis über Ihre Krankenversicherung
    Sie benötigen keinen Nachweis, wenn Sie familienversichert sind. Alternativ zu einer Bescheinigung der Krankenkasse können Sie unser Formular "Krankenversicherungsbescheinigung" verwenden.
  • optional: Bayern-ID und ein aktuelles Smartphone (mit NFC) oder ein Kartenlesegerät
    Damit können Sie den Antrag mit Hilfe Ihres Personalausweises unmittelbar online stellen. Das Einreichen von Papier-Formularen ist dann nicht mehr notwendig und der Antrag gilt sofort als gestellt.
  • eventuell: eine Begründung für den Abbruch einer vorhergehenden Ausbildung oder den Wechsel der Fachrichtung. Es ist dabei gleichgültig, ob die frühere Ausbildung mit BAföG gefördert wurde. Achtung: nicht jeder Grund zählt! Bitte informieren Sie sich unbedingt vor einem Abbruch oder Wechsel, wenn Sie diesen nach dem Beginn des 3. Semesters planen. Davor muss keine Begründung abgegeben werden.

Für jeden weiteren Antrag:

  • alles was oben steht
    außer Formblatt 01, siehe zweiter Punkt
  • NEU ab September 2020
    Statt dem Formblatt 01 können Sie das neue Formblatt 09 einreichen, wenn sich Ihr Einkommen und Vermögen nicht erhöht haben und dasselbe Amt zuständig bleibt (das ist meist nicht der Fall bei einem Wechsel der Hochschule und bei Studium im Ausland).
  • spätestens ab dem fünften Semester: einmalig den BAföG-Leistungsnachweis
    Sie können den Leistungsstand belegen durch eine bestandene Zwischenprüfung, das Formblatt 05 oder die ausreichende Anzahl an ECTS-Punkten (wenn die Hochschule diese festgelegt hat. Das ist leider oft nicht der Fall). Am besten legen Sie den Nachweis zu Beginn des vierten Semesters schon mit dem Stand des dritten Semesters vor. Dann gibt des keine Unterbrechung bei der Auszahlung.

 

Wie reiche ich den Antrag ein?

Zuerst füllen Sie das Formblatt 01 sowie Ihre Eltern (ggf. auch Ehegatte/Lebenspartner) jeweils das Formblatt 03 aus. Reichen Sie diese schnellstmöglich ein. Am besten benutzen Sie den Online-Antrag.

Reichen Sie auch die zugehörigen Belege möglichst zeitgleich ein, vorzugsweise gesammelt in einer Sendung (nicht per E-Mail!). Das erspart uns zeitaufwändige Nachfragen. Vor dem Abgeben noch einmal kurz prüfen:

  • Ist zu jeder Zeile mit dem Zeichen entsprechenden Zeichen ein Beleg beigefügt?
    Auch bei den Eltern?

     
  • Sind alle zutreffenden „ja / nein“-Fragen beantwortet?
     
  • Sind die Formulare unterschrieben?
    Das ist auch bei Verwendung der Upload-Funktion notwendig, wenn Sie die Formblätter scannen oder fotografieren.

    >>> Sie dürfen nicht das Formular der Eltern unterschreiben!!
    >>> Die Eltern müssen jeweils ein Formblatt 03 ausfüllen!
    !

 

Was muss ich später nachreichen oder mitteilen?

Nach der Antragstellung oder während des Bewilligungszeitraums müssen Sie unbedingt alle berechnungsrelevanten Änderungen mitteilen. Dazu kann das Formular Änderungsmitteilung benutzt werden (beim Online-Antrag heißt das Formular Änderungsanzeige). Relevant ist auf jeden Fall alles, wonach in den Formblättern gefragt wird. Sonst droht nicht nur eine Rückforderung, sondern womöglich auch ein Bußgeld.

Beispielsweise bei den folgenden Punkten sind Änderungen unbedingt zeitnah mitzuteilen. Manche betreffen die Eltern bzw. Ehegatten und Lebenspartner.

  • Beendigung, Abbruch oder Unterbrechung des Studiums
    (Urlaubssemester, längere Krankheit, Exmatrikulation)
  • Wechsel der Fachrichtung
    (auch im Nebenfach)
  • neue Adresse (nur mit Unterschrift!)
  • Einzug bei den Eltern oder in eine Wohnung, die diesen gehört
  • neue Bankverbindung (nur mit Unterschrift!)
  • höheres Einkommen, als bei der Antragstellung angegeben
  • bei Aktualisierung (Formblatt 07): höheres Einkommen der Eltern / des Ehegatten oder Lebenspartners
  • Einkommensänderungen anderer Kinder (des Ehegatten / Lebenspartners / der Eltern)
  • Beginn oder Ende der Ausbildung anderer Kinder (des Ehegatten / Lebenspartners / der Eltern)
  • Förderung durch ein Begabtenförderungswerk
  • Änderungen bei der Kranken- und Pflegeversicherung
  • Fortsetzung des Studiums im Ausland
    (auch Praxissemester)
  • nach dem Studium: jede Adress- oder Namensänderung dem BVA mitteilen. Sonst kostet es 25 Euro!

 

Was bedeutet ein Wechsel der Fachrichtung oder der Hochschule für mich?

Bei einem bloßen Wechsel der Hochschule zählt das BAföG-Amt die Semester weiter. Das heißt, nach insgesamt vier Semestern müssen Sie den Leistungsnachweis vorlegen, auch wenn sich Ihr Studium durch den Hochschulwechsel verzögert hat. Am Ende des Studiums gibt es keine Verlängerung, auch wenn Sie nicht innerhalb der Regelstudienzeit abschließen können. Das gilt auch dann, wenn das Studium an der neuen Hochschule anders aufgebaut ist. Möglich ist dann aber eventuell eine Hilfe zum Studienabschluss (Volldarlehen, ohne Zinsen). Diese wird auch mit dem Formblatt 01 beantragt.

Wechseln Sie das Studienfach endet die Förderung, falls nicht ein "wichtiger Grund" vorliegt. Bis zum Ende des zweiten Semesters wird das unterstellt und Sie müssen keine Begründung abgeben. Das gilt aber nur beim ersten Wechsel!

Das Gleiche gilt für den Abbruch einer früheren Ausbildung. Auch dafür müssen Sie einen wichtigen Grund nennen, selbst wenn Sie noch nie BAföG-Leistungen beantragt hatten.

Wichtige Gründe für einen Wechsel der Fachrichtung oder Abbruch der Ausbildung sind:

  • ein ernsthafter und tiefgreifender Neigungswandel
  • ein -im Verlauf des Studiums erkannter- Eignungsmangel
  • die Zulassung zum Wunschstudium war aus Kapazitätsgründen nicht möglich ("Parkstudium")

Achtung: Im letzten Fall gelten strenge Regeln. Vor dem Wechsel unbedingt im BAföG-Amt nachfragen!

Generell ist es nicht erlaubt, dass Sie erst ein oder zwei Semester weiter studieren, bevor Sie in den neuen Studiengang wechseln, nur weil dies praktischer erscheint. In der Regel muss die Beurlaubung oder Exmatrikulation erfolgen, wenn ein nahtloser Wechsel in das neue Studienfach nach Entstehen des "wichtigen Grundes" nicht möglich ist.

Ab dem Erreichen des vierten Semesters gilt nur noch ein unabweisbarer Grund. Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass es schlicht unmöglich sein muss, das bisherige Studium fortzusetzen. Eine zwangsweise Exmatrikulation aufgrund schlechter Leistungen oder nicht absolvierter Prüfungen zählt nicht dazu!