BAföG - FAQ

Wichtige Hinweise vorab

Die Bearbeitung von BAföG-Anträgen wird vor allem dadurch verzögert, dass die Anträge unvollständig ausgefüllt sind oder die benötigten Nachweise fehlen.

Wir empfehlen daher bei Unklarheiten bei uns nachzufragen, alle Unterlagen möglichst gesammelt einzureichen und die Anträge so früh wie möglich zu stellen. Außerdem unterstützt der Online-Antrag beim richtigen Ausfüllen und die Angaben werden bereits auf Fehler geprüft.

Für Studienanfänger:

Es ist nicht sinnvoll den Antrag zu stellen, wenn Sie noch nicht sicher wissen, wo Sie studieren wollen. Der Antrag muss dann von uns per Post an das zuständige Amt weitergeleitet werden.

Stellen Sie den Antrag, sobald Sie sich für einen Studienort entschieden und einen Studienplatz erhalten haben. Reichen Sie den Antrag komplett ein. Nur in diesem Fall kann Ihnen ein Vorschuss bewilligt werden.

Allgemeines

Wer hat Anspruch auf BAföG-Förderung?

Leistungen nach dem BAföG können Schüler bzw. Studierende an BFS, FS, BOS, FOS, FAK, Kollegs, Fachhochschulen, Kunsthochschulen und Hochschulen zur Bestreitung von Lebensunterhalt und Ausbildung erhalten, wenn ihnen nicht genügend eigene Mittel und Unterhalt der Eltern zur Verfügung stehen (Bedarf). Bitte beachten Sie die Zuständigkeit ("Schüler-BAföG" oder "Studierenden-BAföG").

Bin ich als Ausländer/Ausländerin berechtigt?

Ja, unter bestimmten Bedingungen. Näheres finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums www.das-neue-bafoeg.de.

Wo kann ich weitere Informationen erhalten?

Bei jedem Amt für Ausbildungsförderung (Studentenwerke, Kreisverwaltungen, Stadtverwaltungen) und im Internet unter: www.bafög.de

An wen kann ich mich mit Fragen zum BAföG wenden?

Wenn Sie bereits einen Antrag gestellt haben, stehen Ihnen für die Beratung unsere Mitarbeiter im BAföG-Service-Zentrum zur Verfügung.

Vor dem Antrag: Wenn Sie ein Studium an einer Hochschule planen oder durchführen, können Sie sich mit grundlegenden Fragen zum BAföG oder zur Studienfinanzierung an unsere Allgemeine BAföG-Beratung oder Studienkreditberatung wenden. Außerdem gibt es zum BAföG ein Infotelefon des Bundesministeriums: 0800-223 63 41.

Für ein Studium im Ausland ist das jeweilige Auslands-BAföG-Amt zuständig.

Bei Fragen zum Schüler-BAföG wenden Sie sich bitte an das kommunale Amt.

 

Was gilt bei einem dualen Studium?

Das Studium wird ab der Immatrikulation an einer Hochschule (in Vollzeit) mit Studierenden-BAföG gefördert. Das gilt auch nach Abschluss der beruflichen Ausbildung bis zum Abschluss des Studiums.

Die Ausbildungsvergütung wird allerdings - nach Abzug der ausbildungsbezogenen Werbungskosten - voll auf die BAföG-Förderung angerechnet. Das gilt nicht, wenn sie für einen genau bestimmten Zweck gezahlt wird, wie zum Beispiel dem Ausgleich von Studiengebühren.

Es kommt auch eine Förderung mit Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) in Betracht, wenn ein wesentlicher Teil der Ausbildung vor der Immatrikulation stattfindet. Schüler-BAföG gibt es für bestimmte Ausbildungen, wie zum Beispiel zur Altenpflegerin oder Physiotherapeutin.

Informationen zum Schüler BAföG gibt es bei den kommunalen BAföG-Ämtern und zur Berufsausbildungsbeihilfe bei der Bundesagentur für Arbeit.

Der BAföG-Antrag

Wie stelle ich den Antrag?

Am besten mit dem Online-Antrag, da dieser viele Vorteile bietet.

So sind die Eingaben bereits auf Fehler geprüft und liegen direkt digital vor. Wenn Sie die eID des neuen Personalausweises verwenden, gilt der Antrag sogar unmittelbar als gestellt - das Formular muss dann nicht mehr ausgedruckt und unterschrieben werden.

Außerdem können Sie Ihre Belege ebenfalls hochladen, wenn Sie den Online-Antrag verwenden. So spart man sich den Gang zum Kopierer und Briefkasten.

Wenn Sie dennoch die Formblätter per Hand ausfüllen möchten, erhalten Sie diese bei jedem Amt für Ausbildungsförderung. Im Internet gibt es die Formblätter zum Download unter www.bafög.de.

Wann sollte ich den Antrag einreichen?

Es bestehen keine Fristen für die Antragstellung. Die Bearbeitung kann aber mehrere Wochen dauern.

Und ganz wichtig: für vergangene Monate vor Antragstellung gibt es keine Nachzahlungen!

Für Studienanfänger:

Es empfiehlt sich, den ersten Antrag so frühzeitig wie möglich zu stellen, spätestens im ersten Monat der Ausbildung. Achtung: es zählt der Eingang im Amt. Zur Fristwahrung genügt notfalls ein formloser - unterschriebener! - Antrag, auch per Fax. Ohne Formulare dauert es aber immer länger bis schließlich Förderung ausbezahlt wird.

Wenn Sie noch keinen Studienplatz haben, macht der Antrag allerdings keinen Sinn, da in diesem Fall die Zuständigkeit noch nicht bestimmt werden kann.

Für weitere Anträge:

Der zweite oder dritte Antrag sollte so früh wie möglich gestellt werden.

Dann gibt es nämlich die sogenannte Weiterleistung. Dabei fließt das Geld weiter ohne Unterbrechung, auch wenn der Bescheid für den Zeitraum noch nicht fertig ist.

Kümmern Sie sich am besten vier bis fünf Monate vor Ablauf Ihres Bewilligungszeitraums um den nächsten Antrag. Dann bleibt der Kopf in der Prüfungszeit frei.

Der Antrag für die Weiterleistung ist der gleiche wie bei der ersten Antragstellung, es gelten die gleichen Formblätter.

Was genau bringt mir der Online-Antrag?

Wenn Sie den Antrag online ausfüllen, werden Sie auf Lücken und Fehler hingewiesen. Sie erhalten eine Liste mit den typischerweise benötigten Unterlagen. Die eingegebenen Daten können direkt vom Sachbearbeiter abgerufen werden und müssen nicht abgetippt werden. Das alles spart Zeit, die für die Bearbeitung Ihres Antrags zur Verfügung steht. Die Eingabe kann übrigens auch unterbrochen, gespeichert und später fortgesetzt werden.

Haben Sie einen Personalausweis mit eID und ein passendes Lesegerät?
Prima, dann können Sie den Antrag sofort wirksam stellen - auch am Sonntag. Ein Brief ans BAföG-Amt ist nicht mehr nötig. Voraussetzung ist allerdings die Anmeldung mit Bayern-ID. Das können Sie gleich mit erledigen für künftige Behördengänge.

Über das Upload-Portal können Sie außerdem die benötigten Belege mit hochladen. Achten Sie bitte bei Scans oder Handy-Fotos auf eine gute Qualität.

Wo stelle ich den Antrag?

Für ein Studium: beim Studentenwerk am Hochschulort. Besondere Zuständigkeiten gelten bei einem Studium im Ausland.

Für alle Hochschulen mit Sitz in Oberbayern - außer in Eichstätt, Ingolstadt und Triesdorf:

Studentenwerk München
Amt für Ausbildungsförderung
Postfach 40 18 25
80718 München

Für das Schüler-BAföG wenden Sie sich bitte an das kommunale Amt.

Kann ich den Antrag ohne die Formulare stellen?

Ja, ein formloser Antrag genügt zur Fristwahrung.

Während der Ausbildung kann das Sinn machen, wenn Sie die Formulare nicht mehr rechtzeitig vor Ende des laufenden Monats eingereichen können. Entscheidend ist nämlich der Eingang im Amt. Sie erhalten dann auch Zahlungen für diesen Monat. Denken Sie aber unbedingt an die Unterschrift!

Wir benötigen für eine eindeutige Zuordnung die folgenden Angaben:

  • Name
  • Geburtsdatum
  • Adresse
  • Studienfach
  • Hochschule

Außerdem muss aus dem Schreiben hervorgehen, dass Sie BAföG-Leistungen beantragen wollen.

Der formlose Antrag hat allerdings auch einen entscheidenden Nachteil: Im Wintersemester sind mehrere Tausend Anträge zu bearbeiten. Wenn Sie uns lediglich einen Brief schreiben, dann muss der Sachbearbeiter die Formblätter bei Ihnen erst einmal anfordern. Hierdurch verzögert sich die Bearbeitung - letztlich für alle.

Wenn Sie früh genug dran sind, verwenden Sie besser den Online-Antrag.

Sollte ich beim ersten Antrag zur Beratung kommen?

Der Antrag kann an sich problemlos online oder mittels Postzusendung gestellt werden. Wenn es trotz der Erläuterungen zum Formular Zweifel beim Ausfüllen gibt, ist ein Besuch bei unseren Beratern aber eine gute Idee.

Dort beantworten wir gerne alle Fragen zum Thema BAföG und weisen darauf hin, was man in Zukunft beachten sollte.

Ist der Antrag schon in Bearbeitung, kommen Sie bitte ins BAföG-Service-Zentrum.

Gilt der Antrag für das ganze Studium?

Nein, die Leistungen werden immer für 12 Monate bewilligt (in Ausnahmen bis zu 15 Monaten). Fehlt der Leistungnachweis oder ist ein Urlaubs- oder Auslandssemester schon geplant, können es auch weniger Monate sein. Kürzer ist der Bewilligungszeitraum auch dann, wenn der Abschluss des Studiums vorher zu erwarten ist.

Der Gesetzgeber will so sicherstellen, dass das auf die aktuellen Einkommens- und Vermögensverhältnisse abgestellt wird.

Rechtzeitig vor Ablauf des Bewilligungszeitraums muss daher ein neuer Antrag gestellt werden, sonst erhalten Sie keine Zahlungen mehr (siehe insbesondere Weiterleistungsantrag!).

Kann ich den Antrag zurücknehmen - und später noch einmal stellen?

Die Antragsrücknahme ist jederzeit möglich, solange noch kein Bescheid vorliegt. Natürlich kann danach ein neuer Antrag gestellt werden.

Vermögen darf aber trotzdem nicht "zur Seite geschafft" werden. Bei einer erneuten Antragstellung wird daher geprüft, ob die Gründe für eine Verringerung des Vermögens anerkannt werden können. Ausgaben für Lebensunterhalt und Studium im normalen Rahmen sind zulässig.

Denken Sie aber daran, dass rückwirkend keine Ausbildungsförderung gezahlt werden darf! Der nächste Antrag gilt erst ab dem Monat, in dem dieser eingeht.

Die Antragsrücknahme kann sinnvoll sein, um den Beginn des Bewilligungszeitraums nach hinten zu schieben, wenn dann das Einkommen der Eltern im maßgeblichen Zeitraum erheblich geringer ausfällt (Antrag erst im Januar). Es kommt immer auf das vorletzte Jahr an. Ist das Einkommen der Eltern während des Bewilligungszeitraums geringer als im vorletzten Jahr vor der Antragstellung, ist aber ein Aktualisierungsantrag besser. Damit gehen auch nicht einzelne Monate verloren.

Wenn ein Bewilligungsbescheid ergangen ist, kann der Antrag nicht mehr zurückgenommen werden. Über den Förderungsanspruch wurde dann für den genannten Zeitraum abschließend entschieden.

Auf Wunsch können aber die Zahlungen für die Zukunft eingestellt werden. Dann erhöht sich die BAföG-Darlehensschuld nicht weiter und es können ggf. höhere Rückforderungen vermieden werden, wenn der Anspruch aus irgendeinem Grund entfällt.

Was ist der Weiterleistungsantrag? (WICHTIG - BITTE LESEN)

Das ist nur zunächst ein Wort für einen weiteren BAföG-Antrag, der rechtzeitig beim Amt eingeht.

Der "Weiterleistungsantrag" ist aber sehr wichtig!

Bei der Weiterleistung wird nämlich der bisher bewilligte Betrag weitergezahlt, auch wenn noch kein neuer Bescheid erstellt werden konnte. Geht der Folgeantrag kurz vor dem Ende des letzten Bewilligungszeitraums ein, entsteht fast immer eine Finanzierungslücke von teilweise mehreren Monaten.

Die Weiterleistung erfolgt zwar unter Vorbehalt, so dass die tatsächliche Bewilligung höher oder niedriger ausfallen kann, was ggf. eine Rückforderung oder Nachzahlung bedeutet. Aber es kommt immerhin weiter Geld auf's Konto!

Und wie geht es genau?

Die Fomulare sind die gleichen wie bei der ersten Antragstellung. Es entfällt lediglich der schulische und berufliche Werdegang (Anlage 1).

Das Entscheidende: Die Weiterleistung ist nur möglich, wenn der Antrag mindestens zwei Monate vor Ablauf des vorhergehenden Bewilligungszeitraums gestellt wird. Der Antrag muss zudem im Wesentlichen vollständig sein.

Beispiel: Wurde zuletzt für 10/2018 bis 09/2019 bewilligt, muss der Antrag für den nächsten Zeitraum bis spätestens 31. Juli 2019 beim Amt für Ausbildungsförderung eingehen.

Im Wesentlichen vollständig bedeutet im Normalfall:

  • Formblatt 1 (Einkommens- und Vermögenserklärung des Auszubildenden)
  • Formblatt 3 (Einkommenserklärung der Eltern (mit Ausnahme elternunabhängiger Förderung) und ggf. des Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartners )
  • Formblatt 5 (Leistungsnachweis: ab Erreichen des 5. Semesters)

Legen Sie bitte alle in den Formblättern verlangten Nachweise bei, um das Verfahren zu beschleunigen! Das Amt benötigt immer alle Seiten der Nachweise in Kopie - besonders beim Steuerbescheid.

Die Immatrikulationsbescheinigung für das kommende Semester kann nachgereicht werden.

Was ist, wenn ich noch nicht alle Angaben machen kann oder Unterlagen fehlen?

Der Antrag kann erst abschließend bearbeitet werden, wenn alle für die Bewilligung relevanten Unterlagen vorliegen. Sie werden von uns angeschrieben, wenn wir noch Nachweise benötigen.

Für eine Bewilligung in jedem Fall erforderlich sind:

  • Formblatt 1 (mit Anlage 1 beim ersten Antrag)
  • Formblatt 3 für jeden Elternteil, jeweils mit Nachweisen zum Einkommen (Ausnahme: elternunabhängige Förderung)
  • Immatrikulationsbescheinigung oder Formblatt 2
  • Nachweise zum Vermögen (am Tag des Antragseingangs)

Denken Sie daran, dass keine Leistungen für die Vergangenheit gezahlt werden können. Darum sollten Sie mit der Antragstellung nicht zögern. Fehlende Unterlagen können Sie nachreichen.

Ein vollständiger Antrag kann allerdings viel schneller bearbeitet werden. Kommen Sie bei Fragen am besten in unser BAföG-Service-Zentrum.

Übergang von Bachelor zu Master

Ich bin gleichzeitig im Bachelor- und im Master-Studium immatrikuliert. Wie kann ich gefördert werden?

Das Gesetz schreibt vor, dass Sie bei vorläufiger paralleler Immatrikulation in einem Master-Studiengang für diesen gefördert werden. Das Semester wird dann bereits auf die Förderungshöchstdauer für den Master-Studiengang angerechnet.

Die Förderung erfolgt unter dem Vorbehalt, dass Sie das Bachelor-Studium tatsächlich erfolgreich abschließen.

Was ist, wenn zwischen der Beendigung des Bachelor-Studiums und dem Beginn des Master-Studiums ein Monat Unterbrechung vorliegt?

In diesem Fall ist die Förderung auch für den ausbildungsfreien Monat gemäß § 15 b Abs. 2 BAföG möglich.

Höhe der Förderung und Rückzahlung

Mit wie viel BAföG kann ich rechnen?

Ab Wintersemester 2019/20: Für den Besuch einer Hochschule werden bis zu 474 (bei den Eltern wohnend) bzw. 744 Euro (nicht bei den Eltern wohnend) monatlich gezahlt, mit eigener Krankenversicherung maximal bis zu 853 Euro (933 ab 30 Jahre).

Zusätzlich erhalten Sie für jedes eigene Kind bis zu vierzehn Jahren, das im gleichen Haushalt lebt, einen Zuschlag von 140 Euro.

Die konkrete Höhe der Förderung hängt von den Wohnverhältnissen, der Art der Krankenversicherung, Einkommen und Vermögen des Auszubildenden, Einkommen der Eltern sowie den Verhältnissen der Geschwister und sonstiger Unterhaltsberechtigter ab.

Kann ich mir mein BAföG ungefähr ausrechnen lassen?

Ohne Antrag kann in der Regel keine verlässliche Aussage über die zu erwartende Förderungshöhe getroffen werden.

Es gibt mehrere private organisierte BAföG-Rechner online. Bitte beachten Sie, dass in vielen Fällen die genaue rechtliche Einordnung - z. B. von Einnahmen - entscheidend ist. Es kann daher sein, dass Sie tatsächlich keine Förderung erhalten, obwohl der Online-Rechner ein positives Ergebnis anzeigt, oder dass Ihnen Leistungen zustehen, obwohl sich im Internet-Rechner nichts ergibt.

Die genaue Prüfung kann nur vom zuständigen Amt für Ausbildungsförderung vorgenommen werden - und nur, wenn Sie einen Antrag stellen!

Berechnungsbeispiele finden Sie unter www.bafög.de.

Muss ich die BAföG-Förderung zurückzahlen?

Während der Normal-Förderung wird BAföG zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen geleistet. Es muss also nur die Hälfte - ohne Zinsen! - zurückgezahlt werden.

Nur in bestimmten Fällen ist die Förderung auf ein zinsfreies Darlehen (ohne Zuschussanteil) beschränkt: bei einer Verzögerung des Studienabschlusses durch Leistungsmängel oder durch einen zweiten oder weiteren Fachrichtungswechsel.

Der Kinderbetreuungszuschlag wird immer voll als Zuschuss geleistet. Das Gleiche gilt bei Verlängerung des Studiums wegen einer Behinderung.

Wann muss ich den Darlehensanteil zurückzahlen?

Die Rückzahlung des Darlehens beginnt fünf Jahre nach Erreichen der Förderungshöchstdauer (Regelstudienzeit) des zuletzt geförderten Studiengangs des ersten Ausbildungsabschnitts (meist Bachelor-Studium). Den Rückzahlungsbescheid mit der Höhe des Darlehens und der Höhe der Rückzahlungsrate erhalten Sie etwa ein halbes Jahr vor diesem Zeitpunkt. Zentral zuständig für die Einziehung des Staatsdarlehens ist das Bundesverwaltungsamt.

Weitere Infos zur Rückzahlung finden Sie hier.

Die Ämter für Ausbildungsförderung können keine näheren Auskünfte zum Stand des Verfahrens beim Bundesverwaltungsamt erteilen.

Gibt es eine Höchstgrenze für das zurückzuzahlende Darlehen?

Ja, die Darlehenshöchstgrenze beträgt aktuell 10.010 Euro für alle Ausbildungsabschnitte insgesamt (also zum Beispiel Bachelor- und Master-Studium).

Kann das Darlehen noch verringert werden?

Ja, bei vorzeitiger Rückzahlung. Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Homepage des BVA.

Dauer der Förderung, Studienfachwechsel

Ab wann erhält man die Förderung?

Förderung wird ab dem Monat der Antragstellung geleistet (frühestens ab Ausbildungsbeginn).

Es wird immer in ganzen Monaten gerechnet. Das heißt, wenn die Vorlesungen z. B. am 15. Oktober beginnen, wird der volle Betrag für Oktober geleistet, falls der Antrag im Oktober oder früher gestellt wurde. Wird der Bescheid erst später fertig, gibt es eine Nachzahlung.

Wie lange wird die Förderung gezahlt?

An Hochschulen entspricht die Förderungshöchstdauer der Regelstudienzeit. Sie ist auf der Immatrikulationsbescheinigung angegeben.

Die Hochschule legt die Regelstudienzeit in der jeweiligen Studien- und Prüfungsordnung (SPO) fest.

Die Förderung endet mit Ablauf des Monats, in dem das Gesamtergebnis des erfolgreich abgeschlossenen Ausbildungsabschnitts bekannt gegeben wird (spätestens jedoch mit Ablauf des zweiten Monats nach dem Monat, in dem der letzte Prüfungsteil abgelegt wurde).

Was ist der Bewilligungszeitraum (BWZ)?

Mit Bewilligungszeitraum meint das Amt die Monate, für die Ausbildungsförderung mit einem Bescheid bewilligt wird.

Er ist auf jedem Bescheid angegeben und umfasst normalerweise 12 Monate (2 Semester). Nach Ablauf des Bewilligungszeitraums erhalten Sie nur noch Förderung, wenn Sie wieder einen Antrag stellen, es gibt keine automatische Verlägerung! Denken Sie deshalb daran, dass Sie rechtzeitig einen neuen Antrag stellen (allerspätestens zwei Monate vor dem Ende des BWZ)!

Bei angekündigten Urlaubssemestern, Fälligkeit des Leistungsnachweises, Erreichen der Regelstudienzeit oder Fortsetzung der Ausbildung im Ausland wird der Bewilligungszeitraum ggf. kürzer als 12 Monate festgesetzt. Achten Sie auf die Angaben in Ihrem Bescheid!

Gibt es über die Regelstudienzeit hinaus BAföG?

Ja, wenn vom Gesetz anerkannte Gründe vorliegen - z. B. Verzögerung durch Krankheit, Behinderung, Pflege naher Angehöriger, Schwangerschaft, Kindererziehung (bis Ende 13. Lebensjahr) oder Mitwirkung in der Studentischen Selbstverwaltung. Es muss ein nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen dem angeführten Grund und der Verzögerung des Studiums bestehen. Bei Schwangerschaft und Kindererziehung wird eine pauschale Verlängerung gewährt.

Wichtig: Bei chronischen oder lange andauernden Erkrankungen benötigen wir Nachweise über eine ärztliche Behandlung. Es genügt z. B. nicht, wenn ein Arzt attestiert, dass jemand in den letzten zwei Jahren durch eine Krankheit eingeschränkt war. Rückwirkende Atteste (ohne dass eine ärztliche Untersuchung oder Behandlung erfolgte) werden in aller Regel nicht anerkannt.

Was ist, wenn ich keinen Verzögerungsgrund (mehr) habe, aber mein Studium trotzdem nicht in der Regelstudienzeit abschließen kann?

Nach der - ggf. verlängerten - Förderungshöchstdauer können bis zu 12 Monate noch durch ein zinsloses Volldarlehen gefördert werden. Die "Hilfe zum Studienabschluss" gibt es allerdings erst ab dem Monat der Zulassung zur Abschlussprüfung bzw. dem Vorliegen der Voraussetzungen dafür. Wenn keine formale Abschlussprüfung vorgesehen ist, kommt es nur auf die Dauer bis zum voraussichtlichen Abschluss an.

Die Hochschule muss das Vorliegen der Voraussetzungen bescheinigen.

Wenn kein BAföG-Anspruch mehr besteht, kann unter Umständen für bis zu vier Semester durch die Darlehenskasse der Bayerischen Studentenwerke e.V. ein Darlehen gewährt werden. Die Konditionen für diese Darlehen sind sehr günstig.

Kann ich BAföG auch nach einem Wechsel der Fachrichtung erhalten?

Lassen Sie sich zu diesem Thema vor dem Wechsel bei uns beraten!

Im Bachelorstudium (oder Diplom-/Masterstudium) muss je nach Zeitpunkt des Wechsels ein wichtiger oder unabweisbarer Grund vorliegen. Im Masterstudium muss immer ein unabweisbarer Grund vorliegen.

Bei einem Wechsel vor dem vierten Semester des Bachelorstudiums kann das andere Studium gefördert werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Ein wichtiger Grund ist insbesondere ein Eignungsmangel oder ein grundlegender Neigungswandel. Kein wichtiger Grund ist die Einschätzung der beruflichen Perspektiven nach Abschluss des Studiums. Der Grund muss schriftlich dargelegt werden, wenn Sie nach dem zweiten Semester in eine andere Fachrichtung wechseln.

Bei einem Wechsel ab Beginn des vierten Semesters des Bachelorstudiums und im Masterstudium können nur noch "unabweisbare Gründe" anerkannt werden (z. B. Allergie bei Chemiestudent, Querschnittslähmung bei Sportstudent). Ein endgültiges Scheitern bei der Zwischen- oder Abschlussprüfung ist kein unabweisbarer Grund.

Wenn im neuen Studiengang Semester angerechnet werden, zählen sie bei der Bestimmung der zeitlichen Grenze für den Wechsel zu Ihren Gunsten nicht mit.

Werden im neuen Studiengang alle bisherigen Semester voll angerechnet, handelt es sich nicht um einen Fachrichtungswechsel, sondern nur um eine Schwerpunktverlagerung. Auf die Dauer der neuen Ausbildungsrichtung kommt es nicht an. Die Anrechnung muss belegt werden, z. B. durch die Immatrikulationsbescheinigung, aus der sich die Einstufung in ein entsprechendes höheres Semester ergibt.

Das bisherige Studienfach darf nicht zur Überbrückung weiter belegt werden. Andernfalls wird angenommen, dass kein wichtiger oder unabweisbarer Grund vorlag (der Wechsel muss unverzüglich erfolgen).

Wird eine Zweit-, Ergänzungs- oder Vertiefungsausbildung gefördert?

Eine einzige weitere Ausbildung wird gefördert (§ 7 Abs. 2 BAföG),

- wenn sie eine Hochschulausbildung insoweit ergänzt, als dies für die Aufnahme des angestrebten Berufs rechtlich erforderlich ist,

- wenn im Zusammenhang mit der vorhergehenden Ausbildung der Zugang zu ihr eröffnet worden ist, sie in sich selbständig ist und in derselben Richtung fachlich weiterführt,

- wenn die Zugangsvoraussetzungen für die zu fördernde weitere Ausbildung an einer Fachoberschulklasse (deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt), einer Abendhauptschule, einer Berufsaufbauschule, einer Abendrealschule, einrm Abendgymnasium oder einem Kolleg, durch eine Nichtschülerprüfung oder durch eine Zugangsprüfung zu einer Hochschule oder zu vergleichbaren Akademie erworben wurden oder

- wenn als erste berufsbildende eine zumindest dreijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule oder in einer Fachschulklasse, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, abgeschlossen wurde.

Im Übrigen wird Ausbildungsförderung für eine einzige weitere Ausbildung nur geleistet, wenn die besonderen Umstände des Einzelfalles, insbesondere das angestrebte Ausbildungsziel, dies erfordern.

Wird ein Masterstudiengang gefördert?

Ja, wenn zuvor kein anderer Studienabschluss als ein Bachelor erreicht wurde.

Erkrankung

Ich bin längerfristig erkrankt. Was bedeutet das für die Förderung?

Zunächst gilt: Bei Krankheit wird bis zu drei Monate weiter gefördert, wenn man das Studium deswegen nicht betreiben kann. Danach entfällt der Förderungsanspruch. Wenn man sich nicht beurlauben lässt, zählt das Semester aber trotzdem für die Gesamtdauer der Förderung mit! Eine Verlängerung der Förderung ist möglich, wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen.

Achtung: Bei rückwirkender Beurlaubung entfällt der Förderungsanspruch für das komplette Semester! Studierende müssen bei Erkrankung innerhalb eines Semesters also abwägen, ob sie bis zu drei Monate Förderung behalten wollen und das Semester grundsätzlich zählen soll oder ob sie sich für das Semester beurlauben lassen und auf die Förderung verzichten wollen (eventuell besteht ein Anspruch auf ALG II).

Wenn man sich nicht beurlauben lässt, prüft das Amt bei Fälligkeit des Leistungsnachweises bzw. am Ende des Studiums, ob ein Verzögerungsgrund vorliegt, der anerkannt werden kann.

Die Vorlage des Leistungsnachweises kann verschoben werden, wenn der Leistungsrückstand auf die Krankheit zurückzuführen ist. Das Gleiche gilt für eine Verlängerung der Förderung über die Höchstdauer hinaus. Eine Verschiebung oder verlängerte Förderung ist aber nicht möglich, wenn eine länger andauernde Studierunfähigkeit vorliegt. Dann ist eine Beurlaubung oder Exmatrikulation unumgänglich. Lassen Sie sich bei länger andauernden Verzögerungen Ihres Studiums immer vom Amt für Ausbildungsförderung beraten!

Altersgrenze

Spielt das Alter eine Rolle?

Sie dürfen bei Studienbeginn das 30. Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Für den Beginn eines Masterstudiums gilt eine Altersgrenze von 35 Jahren.

Ausnahmen:

  • Absolventen des zweiten Bildungsweges
  • Einschreibung aufgrund beruflicher Qualifikation (ohne Hochschulzugangsberechtigung)
  • Zweitausbildung
  • eine frühere Aufnahme der Ausbildung war aus familiären Gründen nicht möglich *)
  • Bedürftigkeit aufgrund einschneidender Änderung der persönlichen Verhältnisse (nur ohne abgeschlossene Erstausbildung)

Die Ausbildung muss dann allerdings aufgenommen werden sobald dies möglich ist (außer bei Einschreibung aufgrund beruflicher Qualifikation).

*) Zum Beispiel, wenn Sie bis zum Erreichen des 30. bzw. 35. Lebensjahres eigene Kinder unter 14 Jahren ohne Unterbrechung erziehen und dabei nicht mehr als 30 Wochenstunden arbeiten (Ausnahme bei Alleinerziehenden möglich).

Leistungsnachweis

Wann benötige ich den Leistungsnachweis?

Der Leistungsnachweis muss für eine Förderung ab dem 5. Semester vorgelegt werden. Er kann innerhalb von vier Monaten ab Beginn des 5. Semesters für eine rückwirkende Zahlung nachgereicht werden.

Bis zum vierten Monat des 4. Semesters genügt es auch, wenn der Leistungsstand des 3. Fachsemesters bestätigt wird (Eingang im Amt entscheidend). Wir empfehlen für eine lückenlose Förderung den Leistungsnachweis entsprechend rechtzeitig im 4. Semester einzureichen.

Studierende der Medizin und der Zahnmedizin beachten bitte die Hinweise hier.

Gezählt werden alle Semester, die in derselben Fachrichtung absolviert wurden, auch wenn Sie die Hochschule gewechselt haben und in ein niedrigeres Semester eingestuft wurden.

Der Leistungsnachweis muss während des Studiums nur einmal vorgelegt werden. Wird nach dem fünften Semester erstmals ein BAföG-Antrag gestellt (oder war die Förderung unterbrochen und liegt noch kein geeigneter Leistungsnachweis vor), müssen die Leistungen für das entsprechende höhere Fachsemester nachgewiesen werden.

Wo erhalte ich den Leistungsnachweis?

Den Leistungsnachweis gibt es in drei Varianten:

  1. das Formblatt 5
  2. ein Zeugnis über eine förmliche Zwischenprüfung (des 3. oder 4. Semesters)
  3. ein Kontoauszug der erzielten ECTS-Leistungspunkte

Der Leistungsnachweis auf Formblatt 5 wird von der Hochschule ausgestellt. Zuständig ist der von der Hochschule für den jeweiligen Fachbereich bestimmte BAföG-Beauftragte. Achten Sie darauf, dass das Formblatt richtig ausgefüllt ist. Das Datum, an dem der Stand des genannten Semesters erreicht wurde, darf nicht nach dem Ende dieses Semesters liegen.

Der Nachweis mit ECTS-Leistungspunkten (Credit Points) ist nur möglich, wenn die Hochschule die benötigten Leistungspunkte zum Ende des vierten Semesters festgelegt hat. Das ist leider bei vielen Fachbereichen nicht der Fall. Deshalb empfehlen wir, das Formblatt ausfüllen zu lassen. Ein Nachweis über die erreichten Leistungspunkte ist außerdem nur möglich, wenn der Ausdruck der Hochschule erkennen lässt, an welchem Tag die Gesamtpunktzahl erreicht wurde.

Welchen Leistungsstand muss ich nachweisen?

Es müssen die üblichen Leistungen des jeweils erreichten Semesters vorliegen. Dabei kommt es auf die Regelungen der Studien- und Prüfungsordnung an, nicht auf den Studienverlauf eines Durchschnittsstudenten (Urteil des BVerwG vom 25.08.2016).

Der Maßstab für die üblichen Leistungen wird von der Hochschule festgelegt und das Amt für Ausbildungsförderung ist an die Feststellungen der Hochschule gebunden.

Gibt es Ausnahmen beim Leistungsnachweis?

Wenn sich eine Verzögerung des Studiums nicht vermeiden lässt, darf der Leistungsnachweis zu einem späteren Zeitpunkt vorgelegt werden, wenn das Amt für Ausbildungsförderung dies zulässt. Die Gründe müssen dafür nachvollziehbar schriftlich dargelegt werden. Fragen Sie im Zweifel bei uns nach!

Berücksichtigt werden können zum Beispiel:

  • Krankheit
  • Behinderung
  • Schwangerschaft
  • Kindererziehung (bis zum 14. Geburtstag)
  • Pflege von nahen Angehörigen ab Pflegegrad 3
  • Tätigkeit in Gremien und Organen der Hochschule, der Studentischen Selbstverwaltung, der Studentenwerke und der Länder
  • Nichtbestehen einer Zwischenprüfung mit "Aufstiegscharakter" (d. h. es können laut Studienordnung keine Leistungen aus einem höheren Semester erbracht werden)

In der Begründung muss der Zusammenhang zwischen dem angegebenen Grund und der Dauer der Verzögerung dargestellt werden. Bei Erkrankungen am Prüfungstermin ist die Krankschreibung, ansonsten ein ärztliches Attest über die Behandlung vorzulegen. Bei länger andauernden Erkrankungen muss sich aus dem Attest der Umfang der durch die Krankheit verursachten Verzögerung des Studiums entnehmen lassen.

Ist eine Verlängerung insgesamt nicht angemessen im Sinne des Gesetzes, kann überhaupt keine weitere Förderung bewilligt werden. Angemessen ist eine Verlängerung, wenn sich die Verzögerung des Studiums durch zumutbare Anstrengungen nicht vermeiden ließ und wenn keine Studierunfähigkeit vorlag (in diesem Fall ist eine Exmatrikulation oder Beurlaubung - ggf. unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten - erforderlich, bis das Studium wieder aufgenommen werden kann). Außerdem dürfen Mängel in der Leistung oder der Studienorganisation die Verzögerung nicht maßgeblich mitverursacht haben.

Elternabhängige Förderung

Was kann ich tun, wenn mir meine Eltern die nötigen Unterlagen nicht geben oder das Formblatt 3 nicht ausfüllen?

Wenn Ihre Eltern bei der Antragstellung nicht mitwirken, können Sie einen Vorausleistungsantrag stellen (Formblatt 8). Wenden Sie sich bei Fragen bitte an unser BAföG-Service-Zentrum. Einen Beratungstermin speziell zur Vorausleistung können Sie unter der Rufnummer 089/38196-297 vereinbaren (nur Studierende im Zuständigkeitsbereich des Studentenwerks München).

Ihre Eltern sind zur Mitwirkung gesetzlich verpflichtet. Diese müssen zumindest an das Amt für Ausbildungsförderung die notwendigen Unterlagen schicken. Wenn sie sich weigern, kann ein Verwaltungszwangsverfahren eingeleitet oder ein Bußgeld verhängt werden.

Ob tatsächlich eine Unterhaltspflicht besteht, kann nur mit diesem Antrag geprüft werden. In manchen Fällen müssen die Eltern keinen Unterhalt mehr leisten.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Faltblatt zur Vorausleistung.

Wichtig: Sie müssen sich zuerst an Ihre Eltern wenden, da auch Sie selbst eine Mitwirkungspflicht trifft. Wenn Sie den Vorausleistungsantrag stellen, müssen Sie das Vorliegen der Voraussetzungen versichern. Dazu gehört auch, dass Sie Ihre Eltern zur Mitwirkung bzw. zur Unterhaltsleistung überhaupt aufgefordert haben.

Ihre Angaben werden bei der Anhörung Ihrer Eltern überprüft.

Wie viel dürfen meine Eltern verdienen?

Diese Frage kann nicht allgemein gültig mit einer konkreten Zahl beantwortet werden. In welcher Höhe Einkommen der Eltern angerechnet wird, hängt vor allem von der Anzahl der Geschwister in Ausbildung ab. Aber auch andere Faktoren spiele eine Rolle, z. B. ob die Eltern miteinander verheiratet sind.

Berechnungsbeispiele finden Sie unter www.bafög.de.

Wie wird das Einkommen meiner Eltern ermittelt?

Maßgeblich sind die positiven Einkünfte im Sinne des Einkommensteuergesetzes. Diese ergeben sich in aller Regel aus dem Steuerbescheid. Bei den Eltern kommt es auf das Einkommen im vorletzten Kalenderjahr vor der Antragstellung an. Etwas anderes gilt nur bei der Stellung eines Aktualisierungsantrags.

Abgezogen werden vor allem die gezahlten Steuern und die Sozialversicherungsbeiträge (bzw. private Absicherung) - letzteres nur in pauschaler Höhe.

Daneben gibt es noch Ausnahmen, was zusätzlich zum Einkommen gerechnet (§ 21 Abs. 3 BAföG, siehe auch BAföG-EinkommensV) und was nicht berücksichtigt wird, auch wenn es eigentlich zu den Einkünften nach dem Einkommensteuergesetz zählt (§ 21 Abs. 4 BAföG). Mehr Details unter www.bafög.de.

Meine Eltern sind geschieden / nicht verheiratet und ich habe keinen Kontakt zu einem Elternteil. Ist dessen Einkommen anzugeben?

Ja, es sind immer die Einkommen beider Elternteile anzugeben und anzurechnen. Das gilt auch, wenn Sie zu einem Elternteil keinen Kontakt pflegen.

Nur wenn der Aufenthalt eines Elternteils endgültig nicht zu ermitteln ist, bleibt dessen Einkommen unberücksichtigt.

Wird Kindergeld angerechnet?

Nein. Etwas anderes gilt nur bei einem etwaigen Unterhaltsverfahren.

Ich bin verheiratet. Wird das Einkommen meiner Eltern trotzdem angerechnet?

Ja. Durch die Eheschließung erlischt die elterliche Unterhaltspflicht nicht. Das Einkommen des Ehegatten / des eingetragenen Lebenspartners wird jedoch vorrangig angerechnet.

Wann wird man unabhängig von den Eltern gefördert?

Zunächst vorweg: Es gibt keinen "Antrag auf elternunabhängiges BAföG". Es wird vielmehr von Amts wegen geprüft, ob sich aus Ihrem Lebenslauf eine Förderung ohne Anrechnung des Elterneinkommens ergibt.

Einkommen der Eltern bleibt außer Betracht, wenn Sie

  1. bei Beginn des Ausbildungsabschnitts bereits das 30. Lebensjahr vollendet haben (siehe dazu aber "Altersgrenze"), oder
  2. bei Beginn des Ausbildungsabschnitts nach Vollendung des 18. Lebensjahres fünf Jahre erwerbstätig waren, oder
  3. bei Beginn des Ausbildungsabschnitts nach Abschluss einer vorhergehenden (zumindest dreijährigen) berufsqualifizierenden Ausbildung drei Jahre erwerbstätig (oder im Falle einer kürzeren Ausbildung entsprechend länger) waren.

Wichtig: Die Nummern 2 und 3 gelten nur, wenn Sie in den Jahren der Erwerbstätigkeit in der Lage waren, sich aus deren Ertrag selbst zu unterhalten. Sie müssen dazu durchschnittlich mindestens 120% des jeweiligen BAföG-Bedarfssatzes im Monat verdient haben. Bestimmte Zeiten werden als Ersatz für eine Erwerbstätigkeit anerkannt (z. B. Wehrdienst).

Was ist, wenn meine Eltern den im Bescheid angerechneten Betrag nicht bezahlen können oder wollen?

Zahlen die Eltern den im Bescheid angerechneten Betrag nicht - egal aus welchen Gründen - können Sie einen Antrag auf Vorausleistung stellen (Formblatt 8). Dann wird ein Verfahren zur Prüfung der Unterhaltspflicht eingeleitet. Es wird nicht sofort eine Unterhaltsklage erhoben. Wenden Sie sich bei Fragen zu diesem Thema bitte an das BAföG-Service-Zentrum. Einen Beratungstermin speziell zur Vorausleistung können Sie unter der Rufnummer 089/38196-297 vereinbaren (nur Studierende im Zuständigkeitsbereich des Studentenwerks München)

Weitere Informationen finden Sie in unserem Faltblatt zur Vorausleistung.

Wichtig:

1. Sie müssen sich zunächst selbst an Ihre Eltern wenden. Wenn Sie den Vorausleistungsantrag stellen, müssen Sie das Vorliegen seiner Voraussetzungen versichern. Dazu gehört auch, dass Sie Ihre Eltern zur Zahlung des im Bescheid genannten Betrags (siehe dort "Festsetzung des monatlichen Förderungsbetrags") aufgefordert haben.

2. Ihre Angaben werden durch eine Anhörung der Eltern nachgeprüft.

3. Vorausleistung wird grundsätzlich vom Beginn des Monats an erbracht, in dem der Antrag auf Vorausleistung gestellt wird. Rückwirkend wird Vorausleistung nur geleistet, wenn Sie die Verweigerung von Unterhaltszahlungen spätestens zwei Monate nach Zugang des BAföG-Bescheids dem Amt für Ausbildungsförderung mitteilen und den Antrag auf Vorausleistung noch innerhalb des Bewilligungszeitraums einreichen.

Wird das Vermögen meiner Eltern angerechnet?

Nein.

Eigenes Einkommen

Werden Stipendien angerechnet?

Stipendien zählen bis 300 Euro im Monatsdurchschnitt nicht zum Einkommen, wenn sie begabungs- und leistungsabhängig sind.

Bei Leistungen von Begabtenförderungswerken entfällt die BAföG-Berechtigung ganz (eine Liste finden Sie unter Punkt 2.6.4 hier).

Wie viel darf ich dazuverdienen?

Für einen Bewilligungszeitraum mit 12 Monaten bleiben 5.400 Euro brutto anrechnungsfrei. Das entspricht einem 450-Euro-Job. Maßgeblich ist aber der Gesamtbetrag, nicht die Zahlung für einen einzelnen Monat. Das heißt in einzelnen Monaten kann auch mehr verdient werden, wenn dies durch andere Monate ausgeglichen wird. Es kommt außerdem auf die Monate des Bewilligungszeitraums an, nicht auf das Kalenderjahr.

Achtung: Bei Vergütung für ein Pflichtpraktikum, Stipendien und bei Waisenrente/Waisengeld gelten wesentlich strengere Anrechnungsregelungen!

Wie wird eine Praktikumsvergütung angerechnet?

Bei einem Pflichtpraktikum werden die Werbungskosten abgezogen. Verbleibt ein Rest, kommt es zur Anrechnung.

Ein freiwilliges Praktikum wird wie ein Nebenjob behandelt. Es gilt dann die Grenze von 450 Euro im Monatsdurchschnitt (für alle Praktika/Nebenjobs zusammen).

Was zählt zu meinem Einkommen?

Grundsätzlich gilt das Gleiche wie bei den Eltern: relevant sind die positiven Einkünfte im Sinne des Steuerrechts (Einkünfte aus: Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbständiger Arbeit, nichtselbständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung und sonstige Einkünfte im Sinne des § 22 EStG). Die Einnahmen aus einem Nebenjob sind typischerweise Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit.

Außerdem gehören Waisenrente/Waisengeld, Ausbildungsbeihilfen und sonstige Einnahmen für den Lebensbedarf nach der Einkommens-Verordnung dazu.

Anders als bei den Eltern ist immer das aktuelle Einkommen im Bewilligungszeitraum maßgeblich. Es muss daher bei der Antragstellung im Voraus geschätzt werden. Ändert sich die Einkommenssituation, muss dies dem Amt für Ausbildungsförderung mitgeteilt werden. Bei einer zu niedrigen Schätzung kommt es unter Umständen zu einer Rückforderung.

Vermögensanrechnung

Wie viel Vermögen darf ich haben?

Vermögen von mehr als 7.500 Euro wird voll angerechnet (bei Verheirateten 9.600 Euro, zzgl. 2.100 Euro für jedes eigene Kind). Achtung: Die Angaben können überprüft werden!

Es kommt auf das Vermögen am Tag der Antragstellung an (das heißt: Eingang des Antrags beim Amt).

Zählt ein PKW / Motorrad auch zu meinem Vermögen?

Ja, nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist ein Pkw oder Motorrad anzurechnen. Es handelt sich insbesondere nicht um einen (anrechnungsfreien) "Haushaltsgegenstand". Der Zeitwert ist zum Tag der Antragstellung anzugeben.

Wie werden Grundstücke bewertet?

Grundstücke werden mit dem Verkehrswert angesetzt. Der Einheitswert spielt keine Rolle.

Es kommt auf den Eigentumsanteil des Antragstellers an. Der Wert muss vom Antragsteller im Antrag angegeben werden und mit geeigneten Belegen nachgewiesen werden.

Bei selbst bewohnten Immobilien und in manchen anderen Fällen kann eine Freistellung durch einen Härtefreibetrag erfolgen. Fragen Sie hierzu bitte bei uns nach.

Was ist, wenn sich mein Vermögen oder meine Schulden nach der Antragstellung ändern?

Vermögensänderungen nach der Antragstellung werden im laufenden Bewilligungszeitraum nicht berücksichtigt.

Förderung im Ausland

Wird ein Studium im Ausland gefördert?

Ja - ein Studium in EU-Ländern und in der Schweiz wird ab dem 1. Fachsemester bis zum Studienabschluss gefördert. Das gilt auch für einen Aufenthalt im Ausland im Rahmen einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Ausbildungsstätten. Ein Studium in Nicht-EU-Ländern kann unter bestimmten Voraussetzungen teilweise gefördert werden.

Siehe zu den Details www.bafög.de.

Das Studentenwerk München ist nicht für Ausbildungen im Ausland zuständig. Weitere Fragen zur Auslandsförderung können nur die jeweils zuständigen BAföG-Ämter beantworten.

Andere Förderungsmöglichkeiten

Gibt es andere Förderungsmöglichkeiten?

Neben dem BAföG gibt es eine große Anzahl Stipendien. Informationen hierzu finden Sie sowohl bei der Stipendienberatung des Studentenwerks im Olympischen Dorf, als auch beim Stipendienreferat Ihrer Hochschule oder unter www.stipendienlotse.de.

Wenn Sie nicht sicher sind, welche Finanzierungsmöglichkeiten für Sie überhaupt in Frage kommen, wenden Sie sich bitte an die Allgemeine BAföG-Beratung.

Was ist der Bildungskredit?

Das ist ein Darlehen für bis zu 24 Monate als zusätzliches Förderungsinstrument des Bundes. Einzelheiten dazu finden Sie unter: www.bildungskredit.de.

Was ist das Deutschland-Stipendium?

Das "Deutschland-Stipendium" ist ein leistungsabhängiges Stipendium, das über die Hochschulen vergeben wird. Nähere Informationen erhalten Sie bei der Stipendienberatung des Studentenwerks sowie hier: www.deutschland-stipendium.de.

Bis zu 300 € bleiben beim BAföG unberücksichtigt.

Kann ich mich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen?

Ja, wenden Sie sich bitte mit der Bescheinigung, die Sie von uns mit Ihrem BAföG-Bescheid erhalten, an den Beitragsservice. Die Befreiung erfolgt nur auf Antrag. Weitere Informationen finden Sie hier.