Studieren mit Kind

Liebe Leserinnen und Leser,

ich hoffe, die Lektüre unserer letzten Blogbeiträge hat Ihnen verdeutlicht, dass das Studentenwerk München seinen Auftrag sehr ernst nimmt, den Studierenden in München und Oberbayern die nötige soziale Infrastruktur zu erhalten und weiter auszubauen, damit diese sich voll und ganz auf ihr Studium konzentrieren können. Einen sehr wichtigen Baustein dafür stellen unsere Kindertagesstätten dar. Damit unterstützen wir studierende Eltern dabei, Studium und Elternschaft zu vereinen. Unser Bereich Studieren mit Kind organisiert seit über 30 Jahren gemeinsam mit dem Trägerverein Studentische Eltern-Kind-Initiativen e.V. den Betrieb von bis zu 20 Kinderkrippen mit 500 Kitaplätzen. Kein anderes Studentenwerk in Deutschland hat so viele Krippenplätze im Angebot. Die Kollegen/-innen dieses Bereichs arbeiten unermüdlich daran, studierenden Eltern und Studierenden, die es werden möchten, unter die Arme zu greifen und ihnen die soziale Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, die sie benötigen. Denn Chancengleichheit in der Bildung gilt auch und besonders für Studierende, die schon Kinder haben oder die während des Studiums Kinder bekommen.

Der Trägerverein

In den 1970er-Jahren drang der Wunsch nach Vereinbarkeit von Beruf oder Studium und Familie immer mehr ins Bewusstsein der Gesellschaft. Die studierenden Eltern wandten sich mit ihren Sorgen, Nöten und Wünschen an das Studentenwerk und dieses versuchte, diesen neuen Herausforderungen gerecht zu werden. Nachdem die Kinderbetreuung 1988 auch offiziell als Aufgabenbereich der Studentenwerke ins Bayerische Hochschulgesetz aufgenommen wurde, konnte sich das Studentenwerk München in diesem Bereich noch stärker engagieren. Mit der Gründung des Vereins Studentische Eltern-Kind-Initiativen e.V. im Jahr 1991 wurde der Weg zu einer organisatorischen Festigung und Professionalisierung eingeschlagen, der sich bis heute bewährt hat. Denn dadurch konnte sich ein gut strukturierter Trägerverein entwickeln, der den Studierenden und Angestellten der Hochschulen in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk München 490 Plätze in aktuell 17 Kindertagesstätten zur Verfügung stellt.

Eine Besonderheit des Vereins „Studentische-Eltern-Kind-Initiativen e.V.“ ist die Vielfalt in den einzelnen Einrichtungen. Die Kitas selbst haben, was ihre pädagogische Konzeption anbelangt, großen Gestaltungsspielraum, was sowohl von den Mitarbeitern/-innen in den Einrichtungen als auch von den Eltern sehr geschätzt wird.

Besonders in Krisenzeiten zeigte sich, dass sich diese Eigenschaft des Trägervereins bewährt. Studium und Familie unter einen Hut zu bringen, das ist schon in normalen Zeiten eine Herausforderung. Doch die fortdauernde Corona-Pandemie brachte enorme zusätzliche Herausforderungen für studierende Eltern, aber auch die Erzieher/-innen der Studentischen Eltern-Kind-Initiativen mit sich. Dass diese bewältigt werden konnten, lag vor allem an der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten, die dabei stets vor allem eines im Blick hatten: das Wohl der Kinder. So stellte das Kita-Personal trotz der erschwerten Umstände zusammen mit Eltern und Kindern wieder zahlreiche spannende und informative Projekte auf die Beine, die ein Stück Normalität in den Alltag der Kinder brachten.

Günstiges Angebot

Die Kooperation zwischen dem Bereich „Studieren mit Kind“ und Öffentlichen Angeboten wie der Münchener Förderformel hilft studierenden Eltern, eine günstige Betreuung ihrer Kinder zu gewährleisten. So ist beispielsweise die Betreuung von Kindern aus München bei einem Jahreseinkommen der Eltern bis zu 50.000 Euro kostenlos. Eine genaue Übersicht über die Kostenstruktur finden Sie auf unserer Website.

Beratungsangebote

Studierende Eltern werden nicht nur durch Kita-plätze unterstützt, sondern zusätzlich durch Informationsveranstaltungen und Beratungsangebote. Dieses ist auch für jene Studierenden offen, die ihre Kinder nicht in Einrichtungen des Studentenwerks betreuen lassen. So können sich Eltern oder Studierende, die mit dem Gedanken spielen, ein Kind zu bekommen, bei der Beratung für Schwangere und Studierende mit Kind melden und sich zu den verschiedenen Aspekten der Elternschaft informieren. Neben vielen weiteren Info-Terminen wie beispielsweise „Wie finanziere ich mein Studium mit Kind?“ können Eltern auch an offenen Veranstaltungen teilnehmen wie z.B. am „Virtuellen Familiencafé“. Wenn man Gleichgesinnte trifft, bemerkt man häufig, dass man nicht der oder die einzige ist, die vor gewissen Problemen oder Herausforderungen steht. Dieser wichtige Austausch wird durch Termine ermöglicht, bei denen man andere Eltern treffen kann, die auch studieren. Und nicht zuletzt bedeutet es für viele, die versuchen, Studium und Familie unter einen Hut zu bringen, eine Zunahme an Stress. Auch hier versuchen die Kollegen/-innen der Abteilung Soziales den Eltern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Sie halten beispielsweise Vorträge zum Thema „Stressmanagement für Studierende mit Kind“. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Geeigneter Wohnraum

Mit dem Thema „Studieren mit Kind“ befassen sich auch weitere Abteilungen des Studentenwerks. Das bemerkt man spätestens dann, wenn es darum geht, dass studentische Eltern in München eine Wohnung suchen. Denn eine schwierige Herausforderung für Studierende mit Kind ist das Finden von geeignetem und bezahlbarem Wohnraum. Besonders in München, wo das Wohnungsangebot knapp und teuer ist, versuchen die Kollegen/-innen der Abteilung Wohnen seit Jahren zu helfen, wo es geht. Studierende mit Kind haben beispielsweise die Möglichkeit, einen sogenannten Härtefallantrag zu stellen, um damit bevorzugt in eine Ehepaar-Wohnung bzw. Familienwohnung des Studentenwerks einziehen zu können. Diese Art der Wohneinheit wird beim Bau neuer Wohnheime schon lange mitgedacht und bei Bedarf zur Verfügung gestellt. Im neu eröffneten Teil der Wohnanlage Chiemgaustraße befindet sich zum Beispiel eine Kita in dem Bereich der Anlage, die auch über die Eltern-Kind-Apartments verfügt.

Personalsuche

Wie in vielen anderen Arbeitsbereichen auch sichert eine gute Ausbildung des Personals die Qualität. So ist es auch bei der Kinderbetreuung. Aus diesem Grund organisierte der Trägerverein in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Fortbildungen für seine Mitarbeiter/-innen, welche inhaltlich ein sehr breites und umfassendes Spektrum abdecken. Von „Musik in der Kinderkrippe“ über „Sinnvoll Grenzen setzen“, „Sprachförderung“, „Umgang mit Aggressionen bei Kleinkindern“, „Bildung und Erziehung in der Kinderkrippe“ und „Erste Hilfe im Kleinkindalter“ bis hin zu „Qualitätsmanagement in den studentischen Kindertagesstätten“ und vielen weiteren Themen – die Weiterbildungsangebote decken jede Sparte der Erziehungs- und Betreuungsarbeit ab.

Trotz der internen Fort- und Ausbildungsangebote hat der Trägerverein seit langer Zeit Schwierigkeiten, Personal zu finden. Auch die oben beschriebene kreative Freiheit für die Kollegen/-innen, die besagten Fortbildungsangebote und reichweitenstarke Kampagnen mit Stellenanzeigen auf den dafür vorgesehenen Seiten und Portalen halfen manchmal nicht weiter und so musste schon manche Kita wegen Personalmangels Maßnahmen ergreifen, um das auszugleichen, beispielsweise über die Anpassung der Öffnungszeiten oder Nichtvergabe von Kitaplätzen. Das ist natürlich für die Eltern nicht einfach, denn sie müssen einen neuen Kita-Platz in der Umgebung suchen und bestenfalls in der Nähe der Wohnung oder der Universität finden. Wenn Sie also Erzieher/-innen in ihrem Bekanntenkreis haben und wissen, dass diese auf Arbeitssuche sind, schicken sie ihnen gerne diesen Beitrag, die Kollegen/-innen in den Kitas und auch die Eltern werden es Ihnen danken.

 

Wie Sie beim Lesen vielleicht bemerkt haben, ist dieser Blogbeitrag ohne Kritik an der Politik ausgekommen. Das ist doch sehr erfreulich. Denn wir betreiben in diesem Blog die Kritik an der Politik nicht als Selbstzweck, sondern wir versuchen hier schlicht und ergreifend nur Verständnis für die Herausforderungen zu schaffen, die uns bei der Erfüllung unseres sozialen Auftrags begegnen. Und wenn die Zusammenarbeit mit den zuständigen Ministerien, Kommunen und Behörden gut funktioniert, dann wollen wir das ebenso wie die Kritikpunkte auch offen äußern.

Falls Sie mehr zum Thema Studieren mit Kind erfahren möchten, empfehle ich Ihnen unsere zahlreichen Publikationen dazu, die Sie auf unserer Website finden.

Ich bedanke mich für Ihr Interesse und wünsche allen studierenden Eltern weiterhin alles Gute!

Ihre Dr. Ursula Wurzer-Faßnacht

Komm. Geschäftsführerin
Studentenwerk München

 

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