„Lasst uns mehr probieren“

Im Studentenwerk München bewegt sich einiges. Für die grundsätzliche Ausrichtung hat Geschäftsführer Tobias M. Burchard 2020 neue Leitlinien entworfen – und motiviert gleichzeitig zum Meinungsaustausch und zum Ausprobieren neuer Ideen. Beides unerlässlich in Zeiten, in denen sich die Gesellschaft rasant verändert. Mit Tobias M. Burchard hat die Redaktion des Studentenwerks München darüber gesprochen, wie er das Unternehmen voranbringen möchte.

Sie übernahmen die Geschäftsführung des Studentenwerks München im Mai dieses Jahres, mitten in der Coronazeit. Wie war Ihr Einstieg unter diesen Bedingungen?

Ich glaube, eine Krise kann eine sehr kreative Situation sein. Wir mussten genau hinsehen und uns fragen: Wie sind wir bislang mit bestimmten Situationen umgegangen? Was möchten wir beibehalten und was müssen wir künftig verändern? Es freut mich sehr, dass wir im Studentenwerk München – bisher – mit nur einem blauen Auge davongekommen sind. Wir waren flexibel genug, um uns auf die neuen Herausforderungen einzustellen. Doch um diesen künftig gerecht zu werden, müssen auch noch weitere Voraussetzungen geschaffen werden.

Was sind die größten Herausforderungen des Studentenwerks?

Wir sind ein Sozialunternehmen, müssen aber genau auf die Wirtschaftlichkeit schauen, da wir unser Geld mit eigenwirtschaftlichen Umsätzen verdienen. Aber auch mit den Beiträgen der Studierenden – und mit diesen muss besonders sorgsam umgegangen werden. Die Corona-Pandemie stellt uns in diesem Zusammenhang vor nie dagewesene Hürden. Ich glaube aber, dass wir die Krise gut bewältigen werden. Das ist die eine große Herausforderung.

Welche andere große Aufgabe sehen Sie?

Wir befinden uns in einer Phase der „Transformation“. Unsere Kundinnen und Kunden erwarten von uns ein Höchstmaß an Flexibilität. Um das bieten zu können, ist es wichtig, dass wir papierlastige Verwaltungsvorgänge schnell auf eine digitale Form der Zusammenarbeit umstellen. Das ist eine riesige Herausforderung, die uns viel Kraft kosten wird. Aber auch in den Bereichen Hochschulgastronomie und Beratung werden wir an flexibleren Services arbeiten.

 

 

Tobas M. Burchard ist seit Mai 2020 Geschäftsführer des Studentenwerks München. Gemeinsam mit dem Team des Studentenwerks, den Studierenden und den Präsidien der Hochschulen möchte er das Studentenwerk München weiterentwickeln und den Kunden die besten Services bieten.

Sie haben eine Vision, ein Zielbild für die kommenden zehn Jahre entwickelt. Was bedeutet das?

Das Zielbild soll unsere Entwicklungsrichtung aufzeigen und gleichzeitig die Leitplanke links und rechts bilden. Wir werden vielleicht nicht alles umsetzen können und es wird sicherlich auch genügend Herausforderungen geben, die spontan auf uns zukommen. Wir müssen uns dennoch auf bestimmte Punkte konzentrieren. Das sind die acht elementaren Bereiche des Zielbilds, die mit Projekten, Vorgehen und Prozessen angesteuert werden.

Ein zentrales Element des Zielbilds ist das Prozessmanagement. Das bedeutet, interne und externe Prozessabläufe transparenter zu machen, um schneller reagieren zu können. Die Digitalisierung ist mindestens gleich - rangig, um unsere Geschäftsabläufe und das Geschäftsmodell so abbilden zu können, dass wir andere Formen der Arbeit entwickeln können. Wenn wir nicht alle Bereiche des Zielbildes schaffen, ist das nicht tragisch. Mit der Umsetzung der Ziele jetzt zu beginnen, bedeutet aber schon einmal viel.

Was bedeutet das Zielbild für die tägliche Arbeit?

Im Kern geht es um die Frage: „Wohin steuert das Studentenwerk?“ Und das sollen Studierende, Hochschulen, Studentenwerksmitarbeiter/-innen und weitere Interessensgruppen wissen. Das Zielbild hat ja auch Auswirkungen auf jeden. Beim Thema ‚Geschäftsprozesse digitalisieren‘ hat sich zum Beispiel die Frage gestellt: Ist die servus als Printmagazin weiterhin der richtige Weg, um unsere Studierenden über wichtige Themen zu informieren? Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir neue Wege über Social Media-Kanäle gehen müssen, um unsere Zielgruppe besser zu erreichen.

Das Zielbild erklärt sich nicht in allen Bereichen von selbst. Es dient dazu, ins Gespräch zu kommen und sich mit Themen auseinanderzusetzen. Wir werden es immer wieder kritisch hinterfragen und schauen, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind.

Vielen Dank für diese interessanten Einblicke. Was möchten Sie unseren Lesern zum Abschluss mit auf den Weg geben?

Wir sind in einer Zeit der Veränderung. Die Geschwindigkeit, mit der Veränderungen kommen, ist heute größer als ich es selbst in den letzten 35 Berufsjahren erfahren habe. Daher sage ich: Lasst uns mehr probieren! Scheitern ist kein Nachteil, denn Probieren schafft Erfahrungen.

 

Weitere Infos

Mehr zu den Zielen erfahren Sie unter:
www.stwm.de/zielbild-2030

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Schreiben Sie eine E-Mail an: 
besser.machen(at)stwm.de

 

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