BAföG - An was muss ich denken?

Als erstes brauchst du ein paar Unterlagen, die du am besten vor der Antragstellung zusammenträgst. Wenn dein Studium hat schon begonnen, solltest du zumindest das Formblatt 1 sofort ausfüllen und abgeben. Ansonsten gehen dir eventuell Leistungen verloren.

Hast du noch keinen Studienplatz, warte bitte auf die Zulassung zum Studium. Der Ort der Hochschule entscheidet auch welches Amt zuständig ist.

Für den ersten Antrag werden benötigt:

  • die Formblätter
  • vollständiger Lebenslauf (Ausbildung / Erwerbstätigkeit)
    Das füllst du auf der Anlage 1 zu Formblatt 1 aus.
  • Bankverbindung
  • aktuelle Belege zu deinen Vermögenswerten
    Für Lebensversicherungen brauchst du den Rückkaufswert. Die Belege dürfen nicht mehr als 14 Tage vom Eingang des Antrags abweichen. Der Girokonto-Auszug muss den Tag der Antragstellung umfassen. Bei Grundstücken oder Kfz musst du den Verkehrswert anhand geeigneter Unterlagen schätzen (z. B. Kaufvertrag).
  • Belege zu deinen Schulden, wenn vorhanden (dann immer angeben!)
  • Mietvertrag oder aktuelle Meldebescheinigung
    Das wird nicht benötigt, wenn du noch bei deinen Eltern oder in deren Eigentum wohnst.
  • Arbeitsvertrag/Gehaltsnachweis
    Das wird benötigt, sofern du neben dem Studium arbeitest. Wenn du konkret planst einen Job anzunehmen, musst du das Gesamteinkommen für den ganzen Zeitraum - in der Regel 12 Monate - schätzen und den Beleg nachreichen.
  • Einkommensnachweise deiner Eltern und deines Ehegatten/Lebenspartners
    Der wichtigste Beleg ist der Steuerbescheid vom vorletzten Jahr. Wenn es den noch nicht gibt, muss das Einkommen glaubhaft gemacht werden, siehe unser Formular dazu. Die Belege können mit dem Formblatt 3 von den Eltern selbst eingereicht werden.
  • Adresse deiner Eltern
    Manchmal reißt zwar der Kontakt zu den Eltern ab, aber für die Prüfung des Antrags muss eine Adresse bekannt sein. Falls du keine keine herausfinden kannst, frage bitte im Amt nach, was zu tun ist. Die Adresse der Eltern muss auch im Ausland ermittelt werden. Sind die Eltern bereits verstorben, brauchst du eine Kopie der Sterbeurkunde.
  • Einkommensbelege oder Ausbildungsnachweise aller Unterhaltsberechtigten
    Das heißt eventuell von deinen eigenen Kindern, außerdem von weiteren Kindern deiner Eltern oder deines Ehegatten/Lebenspartners. Benötigt werden zum Beispiel der Ausbildungsvertrag und eine Schul- oder Immatrikulationsbescheinigung.
  • wahlweise: Bayern-ID und Kartenlesegerät, falls du den Antrag mit Hilfe deines Personalausweises unmittelbar online stellen willst.
  • wenn du nicht familienversichert bist: Nachweis über die Kranken- und Pflegeversicherung mit Nennung der gesetzlichen Vorschriften. Siehe dazu unser Formular "Krankenversicherungsbescheinigung"

Für jeden weiteren Antrag:

  • alles was oben steht (außer Lebenslauf)
  • eventuell eine Begründung, warum du vor der aktuellen Ausbildung eine Ausbildung abgebrochen hast oder die Fachrichtung gewechselt hast. Es ist egal, ob du dafür mit BAföG gefördert wurdest. Achtung: nicht jeder Grund zählt. Unbedingt vor Abbruch oder Wechsel informieren, wenn dies nach dem Beginn des 3. Semesters geschehen soll. Davor muss keine Begründung abgegeben werden.
  • einmalig den Leistungsnachweis (spätestens ab dem fünften Semester)
    Belegt wird der nötige Leistungsstand durch eine bestandene Zwischenprüfung, das Formblatt 5 oder die ausreichende Anzahl an ECTS-Punkten (weiß die Hochschule). Am besten legst du den Nachweis zu Beginn des vierten Semesters schon mit dem Stand des dritten Semesters vor. Dann gibt des keine Unterbrechungen bei der Zahlung.

Wie reiche ich den Antrag ein?

Du füllst das Formblatt 1 und deine Eltern und ggf. dein Ehegatte/Lebenspartner jeweils das Formblatt 3 aus und gibt die Formblätter ab. Am besten benutzt du den Online-Antrag.

Dann reichst du die Belege ein, vorzugsweise alles auf einmal zusammen mit den Formblättern. Das erspart zeitaufwändige Nachfragen. Vor dem Abgeben noch einmal kurz nachsehen:

  • Hast du zu jeder Zeile mit „B“ einen Beleg beigefügt? Deine Eltern auch?
  • Hast du alle „ja/nein“-Fragen beantwortet?
  • Hast du die Formulare unterschrieben?
    Das ist auch bei Verwendung der Upload-Funktion notwendig. Unterschreibe nicht das Formular deiner Eltern!

Was muss ich später nachreichen oder mitteilen?

Du musst während des Bewilligungszeitraums unbedingt alle relevanten Änderungen mitteilen. Dazu kannst du unsere Änderungsmitteilung benutzen und gleich online hochladen. Relevant ist auf jeden Fall alles, wonach in den Formblättern gefragt wird. Sonst kann nicht nur eine Rückforderung fällig werden, sondern auch ein Bußgeld drohen. Im schlimmsten Fall wird dir Betrug vorgeworfen. Pinn' dir das daher am besten an den Kühlschrank!

Beispielsweise bei den folgenden Punkten sind Änderungen unbedingt zeitnah mitzuteilen. Manche betreffen die Eltern bzw. Ehegatten und Lebenspartner.

  • Beendigung, Abbruch oder Unterbrechung deines Studiums
    (Urlaubssemester, längere Krankheit, Exmatrikulation)
  • Wechsel der Fachrichtung
  • neue Adresse (wir brauchen deine Unterschrift!)
  • neue Bankverbindung (wir brauchen deine Unterschrift!)
  • höheres Einkommen, als bei Antragstellung angegeben
  • bei Aktualisierung (Formblatt 7): höheres Einkommen deiner Eltern / deines Ehegatten oder Lebenspartners
  • Einkommen anderer Kinder (des Ehegatten/Lebenspartners/der Eltern)
  • Beginn oder Ende der Ausbildung anderer Kinder (des Ehegatten/Lebenspartners/der Eltern)
  • Förderung durch ein Begabtenförderungswerk
  • Änderungen bei deiner Kranken- und Pflegeversicherung
  • Fortsetzung des Studiums im Ausland
  • Einzug bei den Eltern oder in eine Wohnung, die ihnen gehört
  • nach dem Studium: jede Adress- oder Namensänderung dem BVA mitteilen. Sonst kostet es 25 Euro Gebühren.

Was bedeutet ein Wechsel des Fachs oder der Hochschule für mich?

Bei einem bloßen Wechsel der Hochschule zählt das BAföG-Amt die Semester weiter. Das heißt nach insgesamt vier Semestern muss der Leistungsnachweis vorgelegt werden, auch wenn sich das Studium durch den Hochschulwechsel verzögert hat. Am Ende des Studiums gibt es auch keine Verlängerung, wenn man nicht innerhalb der Regelstudienzeit abschließen kann, z. B. weil das Studium an der neuen Hochschule anders aufgebaut ist.

Wird das Studienfach gewechselt, muss es dafür einen im BAföG anerkannten Grund geben. Bis zum Ende des zweiten Semesters wird das unterstellt. Es muss dann also kein Grund genannt werden. Das gilt aber nur beim ersten Wechsel!

Das Gleiche gilt für den Abbruch einer früheren Ausbildung. Auch dafür muss man einen Grund nennen, selbst wenn kein BAföG beantragt wurde.

Gründe für einen Wechsel der Fachrichtung, die das BAföG-Amt anerkennt, sind:

  • ernsthafter Neigungswandel
  • im Studium erkannter Eignungsmangel
  • die Zulassung zum Wunschstudium war aus Kapazitätsgründen zunächst nicht möglich ("Parkstudium")

Achtung: Im letzten Fall gelten strenge Regeln. Frage vor dem Wechsel unbedingt im BAföG-Amt nach! Generell nicht erlaubt ist es, erst ein oder zwei Semester weiter zu studieren, bevor man in den neuen Studiengang wechselt, nur weil dies praktischer erscheint.

Ab dem Erreichen des vierten Semesters gilt nur noch ein unabweisbarer Grund. Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass es schlicht unmöglich sein muss das Studium fortzusetzen. Eine zwangsweise Exmatrikulation aufgrund schlechter Leistungen zählt zum Beispiel nicht dazu.