BAföG - An was muss ich denken?

Als erstes brauchst du ein paar Unterlagen, die du am besten vor der Antragstellung zusammenträgst. Wenn dein Studium hat schon begonnen, solltest du zumindest das Formblatt 1 sofort ausfüllen und abgeben. Ansonsten geht dir eventuell ein Förderungsmonat verloren.

Hast du noch keinen Studienplatz, warte bitte auf die Zulassung zum Studium. Der Ort der Hochschule entscheidet auch, welches Amt zuständig ist.

Für den ersten Antrag benötigst du:

  • Die Formblätter
  • Alle Daten für einen kompletten Lebenslauf ab der Schulzeit
  • Eine Bankverbindung
  • Aktuelle Belege zu allen deinen Vermögenswerten. Für deine Lebensversicherungen brauchst du den Rückkaufswert. Die Belege dürfen nicht mehr als 14 Tage vom Eingang des Antrags abweichen. Der Girokonto-Auszug muss den Tag der Antragstellung umfassen. Bei Grundstücken oder Kfz musst du den Verkehrswert anhand geeigneter Unterlagen schätzen (z. B. Kaufvertrag)
  • ggf. Angaben zu deinen Schulden (nicht vergessen!)
  • Deinen Mietvertrag oder eine aktuelle Meldebescheinigung – außer du wohnst noch bei deinen Eltern (oder in deren Eigentum).
  • Eine Schätzung zu deinem Einkommen. Wenn du brutto nicht über 450 Euro im Monatsschnitt kommst, brauchst du dir darüber keine Gedanken zu machen – einfach den hochgerechneten Wert im Formblatt eintragen (für den ganzen Zeitraum!).
  • Eine Adresse deiner Eltern. Manchmal reißt zwar der Kontakt ab, für die Prüfung des Antrags muss aber eine Adresse bekannt sein. Falls du keine keine herausfinden kannst, frage bitte im Amt nach. Sind die Eltern bereits verstorben, brauchst du eine Kopie der Sterbeurkunde.
  • Erklärungen und Einkommensnachweise deiner Eltern und deines Ehegatten/Lebenspartners (Formblatt 3). Normalerweise wird als Beleg der Steuerbescheid vom vorletzten Jahr benötigt. Die Genannten können das natürlich auch selbst mit ihrem Formblatt 3 einreichen.
  • Einkommensbelege oder Ausbildungsnachweise aller Unterhaltsberechtigten: das heißt deiner Kinder oder von weiteren Kindern deiner Eltern oder deines Ehegatten/Lebenspartners (Ausbildungsvertrag, Schul- oder Immatrikulationsbescheinigung)

Für jeden weiteren Antrag:

  • alles was oben steht, abgesehen vom Lebenslauf
  • eventuell die Begründung, warum du früher eine nach BAföG förderbare Ausbildung abgebrochen hast oder die Fachrichtung gewechselt hast (Es ist egal, ob du dafür BAföG bezogen hast. Achtung: nicht jeder Grund zählt!)
  • spätestens ab dem fünften Semester: den Leistungsnachweis (Zwischenprüfung oder Formblatt 5) - am besten zu Beginn des vierten Semesters schon mit dem Stand des dritten Semesters abgeben (gilt nicht für die letzten beiden Monate des Semesters)

Wie reiche ich den Antrag ein?

Du füllst das Formblatt 1 aus und deine Eltern und ggf. dein Ehegatte/Lebenspartner jeweils das Formblatt 3. Am besten benutzt du den Online-Antrag.

Dann reichst du am besten alles gesammelt ein. Noch einmal nachsehen:

  • Hast du zu jeder Zeile mit „B“ einen Beleg beigefügt? Deine Eltern auch?
  • Hast und alle „ja/nein“-Fragen beantwortet?

Auch an die Unterschrift denken, besonders bei Verwendung der Upload-Funktion (unterschreibe nicht das Formular deiner Eltern!).

Was muss ich später nachreichen oder mitteilen?

Du musst während des Bewilligungszeitraums unbedingt alle relevanten Änderungen mitteilen! Sonst kann nicht nur eine Rückforderung entstehen, sondern auch ein Bußgeld drohen. Pinn' dir das an den Kühlschrank!

Diese Änderungen sind insbesondere relevant:

  • Deine Adresse oder Bankverbindung (wir brauchen deine Unterschrift!)
  • Dein Einkommen
  • Förderung durch ein Begabtenförderungswerk
  • Änderung deiner Kranken-/Pflegeversicherung
  • Den Abbruch des Studiums oder eine Unterbrechung (besonders Urlaubssemester!)
  • Einen Auslandsaufenthalt (wir dürfen dann nicht fördern, weil wir nicht zuständig sind!)
  • Den Wechsel der Fachrichtung (Achtung: du brauchst einen Grund dafür, frage im Amt nach!)
  • Bei Aktualisierung: auch das Einkommen deiner Eltern und des Ehegatten/Lebenspartners
  • Das Einkommen anderer Kinder (des Ehegatten/LP/der Eltern)
  • Beginn oder Ende der Ausbildung anderer Kinder (des Ehegatten/Lebenspartners/der Eltern)
  • Wenn du bei den Eltern einziehst (oder in eine Wohnung, die ihnen gehört)

Was bedeutet ein Wechsel des Fachs oder der Hochschule für mich?

Bei einem bloßen Wechsel der Hochschule zählt das BAföG-Amt die Semester weiter. Das heißt nach insgesamt vier Semester muss der Leistungsnachweis vorgelegt werden, auch wenn sich das Studium durch den Hochschulwechsel verzögert hat. Am Ende des Studiums gibt es auch keine Verlängerung, wenn man nicht innerhalb der Regelstudienzeit fertig wird.

Wird das Studienfach gewechselt, muss es dafür einen anerkannten Grund geben. Bis zum Ende des zweiten Semesters wird der Grund unterstellt, muss also nicht genannt werden. Das gilt aber nur beim ersten Wechsel!

Das gleiche gilt für einen Abbruch einer früheren Ausbildung. Auch dafür muss man einen Grund nennen, selbst wenn kein BAföG beantragt wurde.

Gründe für einen Wechsel der Fachrichtung, die das BAföG-Amt anerkennt:

  • ernsthafter Neigungswandel
  • im Studium erkannter Eignungsmangel
  • Zulassung zum Wunschstudium war aus Kapazitätsgründen zunächst nicht möglich ("Parkstudium")

Achtung: Im letzten Fall gelten strenge Regeln. Frage vor dem Wechsel unbedingt im BAföG-Amt nach! Nicht erlaubt ist zum Beispiel erst ein oder zwei Semester weiter zu studieren, bevor man in den neuen Studiengang wechselt.

Ab dem Erreichen des vierten Semesters gilt nur noch ein unabweisbarer Grund. Das bedeutet, dass es schlicht unmöglich ist, das Studium fortzusetzen. Eine Exmatrikulation aufgrund schlechter Leistungen zählt nicht dazu.